Neues Betätigungsfeld für Goobi?


#1

Liebe Goobi-Community,

wir haben eine größere Menge an selbstgebrannten CDs (und anderen Medien), die Anhänge zu Abschlussarbeiten enthalten. Da dieses Medium bekanntermaßen eine sehr begrenzte Lebenszeit hat, sollten die dringend gesichert werden.

Nachdem wir jetzt Goobi Workflow und Viewer betreiben, frage ich mich, ob es sich für diese Aufgabe eignen würde. Einen Teil der Anforderungen kann es auf jeden Fall (Kommunikation mit Bibliothekssystem für Metadatenübernahme, Zugriffskontrolle,…), bei anderen bin ich mir nicht sicher. Was uns unbekannt ist, ist die Art der Daten, die auf den CDs gespeichert sind – wir müssen jedenfalls davon ausgehen, dass alles mögliche dabei ist, jedenfalls auch vieles, das im Viewer nicht darstellbar ist, das wäre also nur als Downloadlink zugänglich zu machen.

Hat jemand einen ähnlichen Anwendsfall in Goobi? Spricht etwas dezidiert dagegen?

Schöne Grüße
Georg


#2

Hallo Herr Mayr-Duffner,

wäre das Risiko, unbekannte Daten abzulegen nicht relativ groß, was die Langzeitarchivierung bzw. Langzeitverwertbarkeit angeht? Manche Dateiformate neigen ja dazu, nach einer gewissen Zeit von gängigen Programmen nicht mehr unterstützt zu werden. Ich denke da weniger an Bilddateien oder reinen Text. Problematisch dürften eher Exoten, bspw. aus spezifischen Programmen zur Visualisierung von empirischen Daten etc. sein? Interessant ist diese Frage natürlich auf jeden Fall.

Eventuell wäre es möglich, den kompletten Inhalt eines Datenträgers als Image-Datei in Goobi verwalten zu lassen? Das löst nicht das oben geschilderte Problem, erleichtert aber die Handhabung?

Viele Grüße, Andreas


#3

Hallo Georg, Hallo Andreas,

grundsätzlich können die Arbeiten ohne Probleme in Goobi workflow abgebildet werden. Ich sehe hier nichts was dagegen spricht.

Die Frage was an Daten vorliegt und wie diese verarbeitet wird ist eine andere. Wird eine ISO-Datei verwaltet, werden die einzelnen Dateien verwaltet, was soll wie angezeigt oder zum Download angeboten werden, geht etwas in eine LZA oder nicht. All das muss einzeln beantwortet werden.

Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen eine Anzeige wie zum Beispiel im “Explorer” unter Windows oder “Finder” unter Mac in den Goobi viewer zu integrieren, dass ein Stöbern in den Daten der CD erlaubt und diese einzeln oder in Kombination herunterladbar zur Verfügung stellt.

Viele Grüße von

Jan :slight_smile:


#4

Hallo Andreas, hallo Jan,

danke für eure Antworten.

Ich sehe hier verschiedene Themenkreise:

  1. Handling in Goobi

    • Umgang mit nicht-Bild/Audio/AV-Dateien (lt. Jan ja kein Problem). Macht das schon wer?
  2. Umgang mit den Inhalten

    • Gesamtes Abbild des Mediums oder einzelne Dateien oder gepacktes Archiv der Einzeldateien? (Stellen CD-Images nicht eine größere Hürde in der Benützung dar?)
    • Konvertierung obsoleter Formate/LZA (haben wir logischerweise mit den Daten auf den CDs bis jetzt auch nicht gemacht - sehen wir das als unsere Aufgabe?)
  3. Zugänglich machen

    • (Rechtliche Fragen)
    • Zugriffsberechtigungen steuern (zB BenutzerInnen dürfen nur Objekte sehen und auf sie zugreifen, wenn sie die dazugehörigen Werke entlehnt haben -> benötigt Kommunikation mit Alma und Authentifizierung via Shibboleth. Ist letzteres schon angedacht vür den Viewer?)
    • Nachweis in Alma/Primo
    • Darstellung im Viewer

Schöne Grüße
Georg


#5

@Georg

Es gibt Anwender wie zum Beispiel Wellcome Library in London, die jegliche Art von Office Dokumente einspielen und diese dann automatisch zu PDF Dateien konvertieren um ein archivierungsfähiges Format zu haben. Bei Euch in Wien gibt es auch die Arbeiterkammer, die 100% mit Born-Digital PDF Dokumenten arbeitet.

Zu Shibboleth: Die Frage wurde schon sehr häufig gestellt, aber noch nie beauftragt. Im September haben wir aber im Kontext Authentifizierung am Goobi viewer Backend gearbeitet. Es existiert nun ein Interface das für verschiedene Authentifizierungsmechanismen implementiert werden kann (siehe Digest September 2018). Shibboleth ist damit ein kleines Stückchen einfacher geworden. Gerne implementieren wir das oder mergen einen entsprechenden Pull-Request.


#6

@jan

Danke für den Tipp mit der AK. Dann werde ich da mal anklopfen – das ist ja zum Glück nicht ganz so weit weg wie London :wink:

Das neue Authentifizierungsinterface werde ich mir mal ansehen. Wer weiß, wie weit ich heuer mit Java komme :slight_smile:


#7

@Georg das JavaDoc für das Interface findest Du hier:

Die Klassen, die das Interface implementieren findest Du hier:


#8

Nur so als Anekdote: Wir hatten ja 2006 mal ein Modul für Goobi entwickelt, dass sogar einen Brennroboter steuerte. Damit konnten wir dann digitalisierte Werke automatisiert an einen Roboter schicken. Da wurden dann die CDs optimal bzgl. Platz ausgenutzt, die Steuerung lief über eine Warteschlange usw. Ähnliches liesse sich sicher auch mit einem automatisierten Einlesen vieler CDs machen, sofern eine Art Roboter vorhanen ist, bei dem dann CDs als Spindel eingelegt werden können.


#9

@steffen das hjört sich cool an. Aber ich denke, dass das zumindest für dieses Projekt nicht relevant sein wird, weil der Umfang doch geringer ist, als gedacht (ca. 200 Stück plus etwa zwei Dutzend Disketten). Nachdem wir altersbedingt eine höhere Dropoutrate erwarten, ist ohnehin mit erhöhtem manuellem Handling zu rechnen, weshalb so ein Roboter wohl nicht viel bringen würde.