Kataloganreicherung / Erschließung von Zeitchriftenaufsätzen mithilfe von Goobi

Liebe Kolleg:innen nah und fern,

ich habe mal eine Frage in die Runde, wer von Ihnen/Euch erschließt Zeitschriftenbände oder- hefte auf Artikelebene in einem möglichst automatischen Verfahren mithilfe von Goobi, OCR, KNN o. ä. und spielt die Daten dann in den Katalog zurück?
Ich stelle mir den Workflow wie folgt vor:

  1. Daten aus der ZDB oder OPAC zum Gesamtzeitschriftentitel, hinzufügen von Daten auf Band- bzw. Heftebene beim Angelegen des Vorgangs in Goobi,
  2. Scannen mit OCR-Erfassung des Inhaltsverzeichnisses,
  3. Analyse des Inhaltsverzeichnisses (automatische Aufsatzerkennung mit Titel, Autor, Körperschaft, Seitenzahlen, ggf. Genre, Art des Inhalts oder anderes).
  4. Rückspielung der Artikeldaten in den GBV mit Pica±Format inkl. Scan von Inhaltsverzeichnis und OCR.

Bin gespannt auf Eure Antworten und Workflows und wie hoch die Fehlerquote ist (Nacharbeiten).

Viele Grüße aus Berlin,
Ariane

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Wir machen so etwas gerade. Die Haupttriebfeder für den Ablauf des Workflows ist allerdings die URN-Vergabe. Das ist ein Henne-Ei-Problem: die Erfassung erfolgt eigentlich im Katalog, allerdings wird die notwendige URN in goobi.workflow vergeben.

Insofern erproben wir in diesem Fall in etwa folgendes Vorgehen:

  1. Die Strukturdaten der Artikel (Titel, Seitenangaben(!)) werden von Menschen in goobi angelegt. Es genügt zunächst eine grobe Erfassung (bzw. stecke ich da gerade nicht so drin, ob das im mittlerweile laufenden Betrieb erweitert wurde, weil es gut geht).
  2. Nun kann für den Artikel eine URN vergeben werden.
  3. Die erfassten Daten werden mit der URN für einen Import in den Katalog vorbereitet.
  4. Dort werden die Datensätze nochmal von Bibliothekar:innen finalisiert.

Eine automatische Aufsatzerkennung ist mir unbekannt. Das genaue Identifizieren der Seiten und das Abtippen z.B. des Titels lässt sich kaum produktiv automatisieren. Bzw. evaluieren wir das Vorgehen.

Wir bearbeiten im Moment eine (1) Zeitschrift, also einen relativ kleinen Bestand, sodass alle Beteiligten mit Aufwand, eingesetzten Mitteln und Ergebnissen zufrieden sein werden.

Viele Grüße aus Berlin

Hallo bbfks1,

danke schön für die ausführliche Antwort.
Wir setzen zur Zeit ein System ein, welches durch Volltexterfassung der Inhaltsverzeichnisse Aufsatzdaten generiert, die dann an den GBV bzw. unseren Katalog geliefert werden.
Leider ist das bisherige System nicht ganz optimal, aber vielleicht ist auch mein Anspruch zu hoch…
Wir sind sozusagen auf der Suche nach mehr “Automatisierung” und weniger “Handarbeit”, da wir ca. 1030 Zeitschriften beziehen und diese tiefer erschlossen auf Aufsatzebene unseren Benutzer:innen zur Verfügung stellen wollen.

Viele Grüße und einen guten Wochenstart,
Ariane Herms

Auf ZentralGut erschliessen wir Zeitschriften auf Artikelebene “nebenher”. Wir erarbeiten aktuell eine Handreichung für das manuelle Erschliessen (welche Elemente, welche Metadaten, welche Detailtiefe etc.) - habt ihr so etwas in euren Institutionen vorliegen?
Viele unserer Zeitschriften - die keine “wissenschaftlichen” Journals sind - verfügen gar nicht über ein Inhaltsverzeichnis, welches eine Strukturierung analytisch ermöglich würde. Unsere ganzen Stadt- und Quartierszeitungen sind voll mit kleinen Rubriken neben Interviews oder längeren Reportagen. Da muss einfach manuell an die Sache gegangen werden.

Hallo @LibrErli ,
danke schön für die Antwort.
Wir erschliessen unsere Retrodigitalisate auch “von Hand” und die Kleinteiligkeit der Publikationen führt zu einer sehr langen Bearbeitungszeit.
Wir haben im Haus eine allgemeine Handreichung zur Struktur- und Metadatenerschliessung, darüber hinaus haben wir Videos erstellt, dass die Kolleg:innen praktisch nachvollziehen können, was so alles zu beachten ist bei Zeitschriften.
Ich bin mir nichtsicher, ob die allgemeine Handreichung hilfreich für Sie wäre, aber ich kann Sie Ihnen zur Verfügung stellen.
Meine Frage zur Kataloganreicherung beziehtt sich auf unsere laufenden Zeitschriftenabos, wo wir einfach eine technische Lösung suchen, diese auf Aufsatzebene (halb-)automatisch zu erschliessen.

Viele Grüße und einen erfolgreichen Arbeitstag nach Luzern,
Ariane Herms